Analyse der Kinderzahl über drei Generationen



Zusammenfassung


Ziel dieser Arbeit war es zu untersuchen, wie sich die Kinderzahl, sowie das Lebensalter, in welchem die jeweiligen Generationen ihre ersten Kinder bekamen, im Laufe der Zeit verändert haben. Dafür wurden Daten von neunzehn verschiedenen Personen verwendet, welche die Kinderzahl von Urgrosseltern, Grosseltern und Eltern sowie den Jahrgang des erstgeborenen Kindes der jeweiligen Generation angaben. Anschliessend sollten die Resultate mit Hilfe von Diagrammen ausgewertet und anhand von vorbestimmten Hypothesen interpretiert werden.

Einleitung


Im Verlaufe der Zeit hat sich die Funktion des Kinderhabens beträchtlich verändert. Während in früheren Jahren Kinder als Altersvorsorge für ihre Eltern und als zusätzliche Arbeitskraft dienten, durch die mehr Geld in die Familienkasse fliessen konnte, werden sie heute als eine glückliche Bereicherung für die Eltern angesehen. Die Entscheidung Kinder zu haben beruht nicht mehr darauf, dass die Eltern auf diese angewiesen sind, sondern ist von rein persönlicher Natur. Nur schon dass man heutzutage eine Wahl hat ist ein grosser Luxus, den erst geregelte Verhütungsmethoden möglich gemacht haben.
Im Rahmen dieser Arbeit wurden die Auswirkungen dieser Entwicklung genauer unter die Lupe genommen und durch gegebene Daten analysiert und interpretiert. Vor der Auswertung wurden Hypothesen aufgestellt, die am Schluss durch die entstandenen Resultate entweder verifiziert oder falsifiziert werden konnten.

Hypothesen


Die Hypothesen zur Veränderung der Kinderzahl und des Alters bei der Geburt des ersten Kindes waren folgende:
  1. Die Kinderzahl geht mit jeder Generation zurück, da heutzutage in den westlichen Industrie- und Schwellenländern allgemein weniger Kinder gezeugt werden, einerseits durch den erhöhten Lebensstandard und andererseits durch den einfachen Zugang zu Verhütungsmitteln.
  2. Das durchschnittliche Alter der Eltern bei der Geburt des ersten Kindes nimmt zu, da das Alter bei der Heirat ebenfalls zunimmt.

Material und Methoden


Für die Analyse der Fragestellung wurden schon vorhandene Tabellenwerte auf Datenstreifen von neunzehn verschiedenen Personen verwendet, die über die jeweilige Kinderzahl der drei Generationen – Urgrosseltern, Grosseltern und Eltern - und den Jahrgang des erstgeborenen Kindes Auskunft gab. Zusätzliche für die Auswertung nötige Zahlen mussten mit Verwendung der Daten von Gruppe 1 ausgerechnet werden. Auch die Durchschnittswerte wurden mit den zur Verfügung stehenden Werten ausgearbeitet. Die erworbenen Resultate wurden anschliessend in passenden Diagrammen dargestellt und ausgewertet.

Material

  • Eigene Datenstreifen mit Tabellenwerten der Kinderzahl und des Jahrganges bei der Erstgeburt
  • Datenstreifen der Gruppe 1 mit zusätzlichen Werten des Jahrganges
  • Taschenrechner

Vorgehen

Zu Beginn mussten die Mittelwerte der Kinderzahl und des Alters der Eltern bei der Geburt des Erstgeborenen mittels der vorhandenen Daten berechnet werden. Für die Kinderzahl wurde für jede Generation die Menge aller Kinder zusammengezählt und anschliessend durch die Zahl der Mütter geteilt. Um das Durchschnittsalter herauszufinden, mussten die Daten der Gruppe 1 zur Hand genommen werden, da diese den Jahrgang der Eltern beinhalteten, und durch den zusammen mit dem schon vorhandenen Jahrgang der Kinder das Alter ausgerechnet werden konnte. Dieses Vorgehen wurde für Mutter und Vater getrennt durchgeführt.

Resultate


Mit Hilfe der folgenden Darstellungen kann man sich einfach einen Überblick über die Resultate verschaffen.

Mittelwerte Kinderzahl

Zur Veranschaulichung sind die Ergebnisse in der folgenden Tabelle dargestellt.
Urgrosseltern
4.026
Grosseltern
3.079
Eltern
2.368

Diagramm Kinderzahl

Kinderzahl2.PNG
In diesem Diagramm wird klar ersichtlich, dass der fallende Verlauf der durchschnittlichen Kinderzahl fast linear ist. Das bedeutet das die Anzahl Kinder pro Familie stetig gesunken ist.

Durchschnittliches Alter bei Erstgeburt

Die folgende Tabelle zeigt das mittlere Alter bei der Erstgeburt der Mutter.
Urgrossmutter
26.169
Grossmutter
26.794
Mutter
32.167

Die folgende Tabelle zeigt das mittlere Alter bei der Erstgeburt des Vaters.
Urgrossvater
29.609
Grossvater
26.939
Vater
33.579

Diagramm Alter bei Erstgeburt

Alter.PNG
Dieses Diagramm zeigt das durchschnittliche Alter des Vaters und der Mutter in den drei Generationen zum Zeitpunkt der Geburt ihres ersten Kindes.

Auswertung der Resultate

Kinderzahl

Die Kinderzahl ging von der Generation der Urgrosseltern zu der der Grosseltern um ein Kind zurück. Dann sank sie bis zur Generation der Eltern nicht mehr ganz so stark.

Alter bei Erstgeburt

Das durchschnittliche Alter der Urgrossmütter und der Grossmütter ist fast gleich. Das durchschnittliche Alter der Mütter hingegen ist um etwa fünfeinhalb Jahre gestiegen. Anders sieht beim Alter der Väter aus. Von der Generation der Urgrossväter zu der der Grossväter sank das durchschnittliche Alter um etwa drei Jahre. Darauf stieg es bis zur Generation der Väter um fast sieben Jahre. In allen drei Generationen ist das Alter des Vaters immer höher als das der Mutter.

Diskussion


Hypothesen

Zur Erinnerung hier nochmals die Hypothesen, die zu Beginn aufgestellt wurden:
  1. Die Kinderzahl geht mit jeder Generation zurück, da heutzutage in den westlichen Industrie- und Schwellenländern allgemein weniger Kinder gezeugt werden, einerseits durch den erhöhten Lebensstandard und andererseits durch den einfachen Zugang zu Verhütungsmitteln.
  2. Das durchschnittliche Alter der Eltern bei der Geburt des ersten Kindes nimmt zu, da das Alter bei der Heirat ebenfalls zunimmt.

(1) Kinderzahl

Diese Hypothese kann verifiziert werden, wie aus den Diagrammen herauszulesen ist. Es können mehrere Gründe für den deutlichen Rückgang im Bezug auf die Kinderzahl in Betracht gezogen werden. Wie schon in der Hypothese angenommen spielen die grössere Auswahl an Verhütungsmethoden, sowie deren einfacherer Zugang eine entscheidende Rolle. Des Weiteren war es im frühen zwanzigsten Jahrhundert üblich, viele Kinder zu haben, doch die Vorstellung der idyllischen Kleinfamilie setzte sich mehr und mehr durch. Ebenso hat sich das Bild der Frau und ihrer Pflichten über die Jahrzehnte erheblich verändert. Lange Zeit war das weibliche Geschlecht für den Haushalt und das Aufziehen der Kinder verantwortlich. Mit der grösser werdenden Emanzipation der Frau integrierte sich diese immer mehr in die Berufswelt und ein grosser Kindersegen für eine erfolgreiches Leben nicht mehr nötig war.

(2) Alter bei Erstgeburt

Auch diese Hypothese stimmt mit den Ergebnissen der Untersuchung überein. Ein bedeutender Faktor für das angestiegene Alter der Mutter ist die grösser gewordene Emanzipation der Frau. Im Verlauf des zwanzigsten Jahrhunderts genossen die Frauen immer mehr Bildung und machten Karriere in der Berufswelt. Die Heirat und das Kinderkriegen wurde dabei vorerst auf die Seite gestellt. Doch gibt aus auch heutzutage Frauen, die sich dazu entscheiden früh Kinder zu bekommen.

Methodenkritik


Im Zusammenhang mit dieser Arbeit darf man nicht vergessen, dass die Daten von nur neunzehn Personen verwendet wurden. Dies hat zur Folge, dass die daraus folgenden Ergebnisse nicht allzu genau zu nehmen sind. Um diese Ungenauigkeiten minimieren und präzisere Resultate erzielen zu können, müsste mit den Informationen von möglichst vielen Personen gearbeitet werden. Der Aufwand für solch eine Vorgehensweise wäre für eine Arbeit von diesem Ausmass allerdings etwas zu gross und würde viel Zeit in Anspruch nehmen. Zusätzlich zu dieser Verfälschung der Resultate trug dazu bei, dass nicht alle Werte auf den Datenstreifen gegeben waren. War dies der Fall, musste diejenige Person, von welcher die Werte nicht bekannt waren, aus den Berechnungen ausgeschlossen werden. Dies erschwerte beispielsweise die Berechnung der Mittelwerte. Dennoch sind die resultierenden Werte trotz dieser unvermeidbaren Unannehmlichkeiten so herausgekommen, wie in den Hypothesen vorhergesehen und haben ausgereicht, um gewisse "Trends" in den einzelnen Generationen ablesen zu können.

Reflexion




Abschliessend kann gesagt werden, dass durchaus eine erklärbare Entwicklung im Zusammenhang mit der Kinderzahl und des Alters bei der Geburt des ersten Kindes, über drei Generationen hinweg ersichtlich wurde. Zwar war das Vorgehen um alle nötigen Zahlen herauszukriegen etwas aufwendig und mit viel Rechnen verbunden gewesen, doch grössere Schwierigkeiten hat es nicht gegeben, auch wenn ab und zu kleinere Probleme aufgetaucht waren. Interessant war zu beobachten, wie sich die zu untersuchenden Faktoren gemäss den Hypothesen verändert und somit die Vermutungen vom Anfang bestätigt haben.