Erwerbstätige Personen werden vom Eidgenössischen Departement des Innern EDI als Personen definiert, die mindestens 15 Jahre alt sind, mindestens eine Stunde pro Woche gegen Entlöhnung in einem Betrieb oder unentgeltlich in einem Familienbetrieb gearbeitet haben und trotz temporärer Abwesenheit von der Arbeit ihre Arbeitsstelle behalten.[1] Alle Arbeiten, die von Erwerbstätigen verrichten werden, können kategorisiert werden. Dies ermöglicht es, statistische Untersuchungen zur Erwerbstätigkeit zu unternehmen, woraus sich beispielsweise Erkenntnisse für die demographische Entwicklung ableiten lassen. Der Begriff für eine solche Kategorie, in der die Berufsfelder eingeteilt werden, lautet Wirtschaftssektor.
Um die demographische Entwicklung genauer analysieren und schlussendlich verstehen zu können, wurden Daten über die Erwerbstätigkeit der Menschen in der Schweiz der letzten drei Generationen bis heute gesammelt. Im Anschluss daran wurden die Berufe, in denen man am häufigsten agierte, für jede Generation in einer Grafik repräsentiert, damit die Veränderungen im Bereich der Arbeit ersichtlich wurden. Nach der Auswertung der Abbildungen wurden auf die möglichen Gründe des vorliegenden Wandels eingegangen.
Wirtschaftssektoren
Wirtschaftliche Tätigkeiten mit dem Ziel Geld zu verdienen werden in vier Wirtschaftssektoren eingeteilt. Die Einteilung basiert auf den vom Unternehmen, die Arbeitsstellen anbieten, produzierten Gütern. Im Folgenden werden die Sektoren im Einzelnen erläutert:
1. Sektor, Produktion: "Der Primärsektor, auch Sektor 1 genannt, ist die Bezeichnung für Unternehmen, die Rohstoffe zum Verkauf an weiterverarbeitende Unternehmen gewinnen."[2] Das wichtigste Berufsfeld dieses Sektors ist die Land- und Forstwirtschaft, weitere Beispiele sind der Bergbau und die Jagd.
2. Sektor, Verarbeitung: Im Sekundärsektor sind Unternehmen tätig, die Rohstoffe oder andere Güter ankaufen und anhand dieser ein neues Produkt herstellen. Beispiele für Unternehmen in diesem Sektor gibt es zahlreiche; sie reichen von der Textilindustrie (Kleiderproduktion, Produktion von Fäden/Garn etc.) bis hin zur Schwerindustrie (Automobilfabriken, Flugzeugproduktion etc.). Zudem wird die Energieproduktion, also beispielsweise ein KKW, ebenfalls in diesen Bereich gezählt.
3. Sektor, Dienstleistung: In den Tertiärsektor fallen alle Arbeiten, die Dienstleistungen an den Kunden erbringen. Dieser Sektor umfasst Betriebe aus der Privatwirtschaft wie auch staatliche Unternehmungen. Heutzutage sind die meisten Erwerbstätigen in dem dritten und vierten Wirtschaftssektor tätig. Dieser Bereich umfasst zum Beispiel Aufgaben in der Verwaltung eines Betriebs, Reparatur und Wartungsfirmen und die Pflege/Betreuung in Krankenhäusern.
4. Sektor, Informationswirtschaft: Unternehmen, die im Quartärsektor oder Informationssektor tätig sind, verdienen ihr Geld durch den Verkauf von Informationen. Jean Gottmann definierte 1961 die in diesen Sektor fallenden Tätigkeiten als Tätigkeiten aus dem Bereich des tertiären Sektors, die besonders hohe intellektuelle Ansprüche stellen und ausgeprägte Verantwortungsbereitschaft erfordern.[3]
Hypothesen
Folgende Hypothese diente als Grundlage für diese Arbeit:
Anfangs des 20. Jahrhunderts arbeiteten mehr Leute im ersten Wirtschaftssektor, vor allem in der Agrarwirtschaft, als heute. Später im 20. Jahrhundert nahm die Zahl der im ersten Sektor Tätigen ab, dafür gewann der 3. und 4. Sektor massiv an Bedeutung.
Durch die aufblühende Industrialisierung der Nachbarländer Europas wird seit dem 19. Jahrhundert bis heute billigeres Getreide aus dem Ausland in die Schweiz importiert.[4] Diese günstigen Nahrungsmittel verdrängten die Produkte der einheimischen Bauern. Zudem waren wegen der fortschreiten Automatisierung und der somit gesteigerten Effizienz weniger Leute nötig, um die gleiche Menge an Nahrungsmitteln zu produzieren. Da der Lebensstandard aller stieg und vermehrt Personen wohlhabend wurden stieg das Bedürfnis nach Dienstleistungen an, weshalb eine grössere Nachfrage an Erwerbstätigen in diesem Sektor bestand.
Eine zweite Hypothese, die untersucht wurde, ist folgende:
Durch die Emanzipation der Frau schwand die Anzahl der Hausfrauen im 20. Jahrhundert in der Schweiz. Stattdessen fanden Frauen immer häufiger Arbeit, die früher eher Männern zugestanden wäre.
Im Mittelalter waren die Frauen oft nur für den Haushalt und die Erziehung der Nachkommen verantwortlich. Dies zog sich lange so fort, bis schliesslich im 20. Jahrhundert immer mehr Emanzipationsbewegungen eintraten, so z.B. während des ersten Weltkriegs, als die Frauen nicht mehr nur als Hausfrauen tätig waren, sondern gezwungen waren, in Fabriken zu arbeiten[5] , oder als 1971 das Frauenstimmrecht in der Schweiz eingeführt wurde[6] . Dass sich die Rolle der Frau nun wandelte und es legitim wurde, dass Frauen ebenfalls erwerbstätig sind, müsste demnach auch in demographischen Statistiken zu sehen sein.
Methoden
Untenstehend wird kurz erläutert, welche Daten wir verwendet haben und wie wir diese erfasst haben.
Datenerfassung
Die statistischen Daten, die zur Beurteilung der Hypothesen verwendet wurden, stammen einerseits von dem Bundesamt für Statistik (BFS), andererseits wurde eine Umfrage in einer Klasse eines Zürcher Gymnasiums gemacht.
Das BFS stellt auf seiner Homepage Dokumente zu fast allen durchgeführten statistischen Erfassungen der Öffentlichkeit zur Verfügung. Das von uns verwendete Dokument ist am Ende des Abschnitts "Statistiken" verlinkt. Ein Problem ist, dass das BFS die Erwerbstätigkeit nicht aufgrund des Jahrgangs sondern aufgrund des Jahres erfasst hat, die von uns durchgeführte Umfrage jedoch den Jahrgang der Erwerbstätigen zur Grundlage nahm. Deshalb wurden 5 Stichjahre (1975, 1985, 1995, 2005 und 2015) gewählt, anhand derer die Hypothesen untersucht wurden.
Die Umfrage in der Klasse wurde wie folgt ausgeführt: Jede/r Schüler/in hatte eine Tabelle auszufüllen, in der notiert wurde, welchen Beruf seine Vorfahren ausgeübt hatten und welcher Arbeit er selbst einmal nachgehen will. Diese Umfrage ging bis auf die Generation der Urgrosseltern der Schüler zurück, also wurden die Daten von insgesamt 4 Generationen über einen Zeitraum von circa 100 Jahren erfasst. Leider gibt es zwei grosse Probleme mit dieser Methode, denn einerseits war es zum Teil nicht möglich herauszufinden, was die erste untersuchte Generation gearbeitet hat, wenn einem niemand diese Information geben konnte. Andererseits wurden dadurch ungleichmässig viele Daten für die Generationen erfasst. Denn in einer Klasse mit 20 Lernenden gibt es 40 Eltern, 80 Grosseltern und 160 Urgrosseltern, deren Daten erfasst wurden. Deshalb sind die Angaben der ersten Generation viel verlässlicher als diejenigen der 3. und 4., da statistische Zufälle weniger ins Gewicht fallen. (Eine ausführliche Methodenkritik ist in der Diskussion zu finden.)
Statistiken
Die Daten des Schweizer Bundesamt für Statistik geben Aufschluss wie sich die Wirtschaft und vor allem die Verlagerung der verschiedenen Wirtschaftssektoren in den vergangenen Jahren verhielten. Die Tendenz zeigt klar, dass der Tertiärsektor deutlich zunahm und wohl auch weiter an Wachstum gewinnen wird (die Zahlen des Tertiärsektors beinhalten jedoch auch alle Informationsberufe, die in der Umfrage in einen separaten Quartärsektor eingeteilt wurden). Zur Auswertung der Statistiken wurden zwei verschiedene Varianten angewendet:
Generationsaufteilung
Tabelle 1: Erwerbstätigkeit sortiert nach Wirtschaftssektoren und Generation (gemäss BFS)
Laut dem Bund waren von 4963 in der Schweiz lebende Menschen im Jahre 2015 nur noch 161 (Ausländer inbegriffen) im 1. Sektor tätig. Der dritte Sektor hatte mit seinem Anteil von 3737 Menschen schon damals mehr als 75% der Gesamterwerbstätigkeit ausgeschöpft. Somit wird ersichtlich, dass der Dienstleistungssektor schon bei der dritten Generation stark an Bedeutung gewann. 1978, also bei der zweiten Generation, lagen die Zahlen noch deutlich darunter. Doch auch zu dieser Zeit konnte die Landwirtschaft nicht einmal mehr 5% für sich beanspruchen. Dem Dienstleistungssektor stand jedoch noch der industrielle Sektor gegenüber, mit nur 15% weniger Anteil. Laut den Zahlen wird in Zukunft jedoch nur noch der dritte Sektor existieren, denn alle Befragten ordneten ihren Zukunftsberuf im Tertiärsektor ein. (Die Zahlen der vierten Generation wurden mit Schätzdaten ausgerechnet, also mit den jeweiligen Zukunftsvorstellungen oder Traumberufen der Schüler.)
Für die Erwerbstätigkeit der ersten Generation hatte der Schweizer Bund keine Angaben. Für die zweite Generation wurden Daten von 1978 genommen. Die Zahlen der dritten Generation stammen aus dem Jahre 2015. (*Jeweilige, durchschnittliche Geburtsjahre der Generationen)
Es wird klar ersichtlich, dass der Teil an Landwirtschaft stark abnahm. Der Tertiärsektor erlebt einen Aufschwung und wird wohl auch die nächsten Jahre noch grossen Zuwachs erlangen. Der industrielle Sektor wird ebenfalls, wie der Primärsektor, nach und nach vom Tertiärsektor (und Quartärsektor) verdrängt.
Stichjahr-Analyse
Tabelle 2: Erwerbstätigkeit sortiert nach Wirtschaftssektoren und Jahren (gemäss BFS)
Da die obige Auswertung der offiziellen Daten etwas problematisch ist, wurden zudem fünf Stichjahre mit den jeweiligen Daten untersucht, um den Verlauf der Änderung der Erwerbstätigkeit und deren Sektorverschiebungen festhalten zu können. Dadurch erhält man etwas authentischere Resultate, die jedoch leider schlecht mit den von uns erhaltenen Werten vergleichbar sind. Die Intervalle wurden mit einem 10 Jahres abstand gewählt, denn das Bundesamt für Statistik kann bei der Erwerbstätigkeit nur Zahlen von ungefähr 50 Jahren zur Verfügung stellen. Auf den ersten Blick wird klar, dass das Verhältnis vom dritten zum zweiten Sektor mit den Jahren stark auseinander klafft. Doch nicht nur der Sekundärsektor muss dem Tertiärsektor "Arbeitsstellen" abtreten, sondern auch der Erste. In den vierzig Jahren (der Messung) halbieren sich die prozentualen Anteile des ersten- und des zweiten Sektors. Anfangs konnte sich der Landwirtschaftssektor noch mit knappen acht Prozent halten, doch dann sank der Wert unter vier Prozent. Somit wirkt dieser Sektor gesamthaft gesehen schon fast als unbedeutend. Der Informationssektor hingegen würde in einem Kuchendiagramm heutzutage mehr als drei Viertel des Platzes einnehmen (Tendenz steigend).
Die ausgerechneten Prozentzahlen der Daten des Schweizer Bundesamt für Statistik wurden in einem Liniendiagramm graphisch dargestellt:
Grafik 1: Verlauf der Bedeutung der Wirtschaftssektoren in 5 Jahren (gemäss BFS)
Detaillierte Daten des Schweizer Amt für Statistik[7] :
In diesem Abschnitt werden die Resultate, die wir aus der Umfrage in der Klasse erhalten haben, behandelt. Wie zu sehen ist, waren anfangs des 20. Jahrhunderts noch fast 35% der Schweizer Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. In weniger als 100 Jahren sank dieser Anteil auf 0%. Auch der industrielle Sektor verlor als Arbeitgeber stark an Bedeutung. Beim Dienstleistungssektor wird ein interessanter Verlauf bemerkbar; Die Branche boomte Mitte des letzten Jahrhunderts, flachte dann jedoch wieder ab. In Zukunft wird sich jedoch wahrscheinlich der Quartärsektor auf Platz Nummer Eins befinden. Der Beruf der full-time Hausfrau wird wahrscheinlich immer seltener, da durch die weiterhin laufende Emanzipation in Zukunft die Mutter gemeinsam mit dem Vater sich um die Kinder sorgen wird und somit weiterhin erwerbstätig sein kann. Die Zahlen in den Klammern stellen die durchschnittlichen Geburtsjahre der untersuchten Generationen dar.
Tabelle 3: Erwerbstätigkeit sortiert nach Wirtschaftssektoren und Generation (gemäss durchgeführter Umfrage)
Die gesammelten Messdaten wurden zur Veranschaulichung anschliessend in einem gestapelten Flächendiagramm graphisch dargestellt:
Grafik 2: Verlauf der prozentuellen Anteile der Wirtschaftssektoren über 4 Generationen (gemäss durchgeführter Umfrage)
Zuteilung der Berufe
In den folgenden Diagrammen sind die am häufigsten vorkommenden Berufe der drei ersten Generationen dargestellt. Dies gibt Aufschluss über einzelne Berufe, die zu der Zeit wahrscheinlich besonders bedeutend waren:
Grafik 3: Die häufigsten Berufe der einzelnen Generationen (gemäss durchgeführter Umfrage)
Generation 1 (Geburtsjahr 1905)
In der Abbildung 1 "Generation 1" wurden die fünf wichtigsten Berufe der ersten Generation mithilfe eines Netzes, das das Verhältnis der insgesamt 78 Arbeitern/-innen in den verschiedenen Berufen ersichtlich macht, dargestellt. Mit den wichtigsten Berufen ist nichts anderes gemeint, als die Berufe, die zu damaliger Zeit im Allgemeinen am häufigsten ausgeübt wurden. Da eigentlich «Hausfrau» kein Beruf ist, es jedoch anfangs des 19. Jahrhunderts bemerkenswert viele Hausfrauen gab, wurde auch diese Tätigkeit als relevant gezählt. Die zwei starken Ausschläge (Bauern und Hausfrauen) zeigen, dass diese beiden Berufe besonders wichtig waren. Sie machen zusammen 87% der Berufe aus. Daneben gab es hauptsächlich noch Schneider, Fabrikarbeiter und Wirte.
Generation 2 (Geburtsjahr 1932)
Die sechs ausgewählten Berufe, die in dem Netz der zweiten Generation verwendet wurden, unterscheiden sich vom Netz der ersten Generation insofern, dass die Berufe Schneider und Wirt nicht mehr in die Grafik einbezogen sind, denn keiner der Befragten der zweiten Generation übten diese aus. Stattdessen kamen drei neue Berufe in die Grafik: Kaufmännischer Angestellter, Maschinenmechaniker und Ingenieur. Alle drei Erwerbstätigkeiten werden in den dritten Wirtschaftssektor eingeteilt, da diese Dienstleistungen oder Berufe im informationellen Bereich sind. Diese neuen Tätigkeiten des aufblühenden dritten Wirtschaftssektors verkörpern je gerundete 17%. Im zweiten Netz hat sich das Verhältnis beträchtlich verändert, vor allem die im ersten Netz grosse Anzahl an Bauern schrumpfte auf nur noch rund 14% aller Erwerbstätigen. Hausfrauen gab es damals aber immer noch viele, denn wie man es aus der Darstellung entnehmen kann, beträgt der Anteil an Hausfrauen 28%, was der grösste Anteil ist. Die Menge der Fabrikarbeiter stieg nur minimal an.
Generation 3 (Geburtsjahr 1963)
Im Netz der dritten Generation wurden vier häufige Berufe dargestellt. Diese sind Lehrer, Ingenieur, Informatiker und Kaufmännischer Angestellter. Der am häufigsten ausgeführte Beruf ist Lehrer, direkt gefolgt von Informatiker. Diese zwei Erwerbstätigkeiten fallen in den vierten Wirtschaftssektor, der Informationswirtschaft. Es ist in der Abbildung ersichtlich, dass der Anteil der Lehrer 40%, der Ingenieure ungefähr 27%, der Informatiker 20% und der Kaufmännischen Angestellten 13% beträgt. Die Lehrer waren in der zweiten Generation noch nicht vorhanden, doch nun nehmen sie den grössten Teil der Erwerbstätigkeit ein. Dass Lehrer einen so grossen Stellenwert in dieser Statistik haben ist vielleicht darauf zurückzuführen, dass die befragten Personen der 3. Generation alles Eltern von Gymnasiasten sind, und deshalb der Anteil an Studierten sehr hoch ist.
Generation 4 (Geburtsjahr 1998)
Die Datenreihe der jüngsten Generation führte bezüglich der häufigen Berufe zu keinen eindeutigen Resultaten. Dies ist auf folgende Gründe zurückzuführen: einerseits wurden nur wenige Personen gefragt, was den Einfluss von "abnormalen" Resultaten extrem erhöht. Andererseits hatten selten 2 Schüler den gleichen Berufswusch, was es verunmöglicht, die häufigsten Berufe der Generation zu ermitteln.
Diskussion
Als alle Daten erfasst und in Resultaten anschaulich dargestellt waren, sollten die Ergebnisse in der Diskussion interpretiert und mit kritischen Blicken betrachtet werden. Auch die Methoden werden in diesem Teil näher untersucht und hinterfragt. Schlussendlich sollten die Vor- und Nachteile jeweils gezielt aufgezeigt werden. Zusätzlich wird Untersucht wie die Zahlen zu Stande kamen und was die Gründe hinter den Daten sind.
Meist ausgeübte Berufe
Bei einer Betrachtung der Resultate macht sich bemerkbar, dass einige Berufe oder Tätigkeiten wirtschaftlich, aber auch gesellschaftlich in den letzten Jahren stark an Bedeutung verloren. Jeder Sektor weist gewisse Berufe auf, die häufiger als andere ausgeübt werden. Einerseits kann dies mit der Nachfrage des Marktes zusammenhängen. Jedoch haben auch gesellschaftliche Faktoren einen grossen Einfluss, so wie die Emanzipation der Frau: Durch die Darstellung der gesammelten Daten, wurde nicht nur die Verschiebung der Erwerbstätigkeit bezüglich der Wirtschaftssektoren, sondern auch die Entwicklung der Erwerbstätigkeit der Frauen ermittelt. Im Diagramm «Schweizer Erwerbstätigkeit von 1905-1998» kann man erkennen, dass die Anzahl der Hausfrauen schon in der ersten Generation abnahm. Ab der zweiten Generation wird dann ein gesteigertes Wachstum sichtbar. Die Abnahme der Menge der Hausfrauen nimmt stetig zu, bis sie (von 20% der gesamten Erwerbstätigkeit) auf 2.5% schrumpfte. Doch wie lässt sich diese Entwicklung erklären? In der heutigen Schweiz ist es üblich, dass Frauen jeden erdenklichen Beruf ausüben dürfen. Doch dies war nicht immer der Fall. Die Frau war früher dazu bestimmt die Hausarbeit zu erledigen und die Kinder zu erziehen, während der Mann für das tägliche Einkommen sorgte. Sie konnten also schlicht hinweg nicht anderweitig tätig sein. Nicht nur im Haus hatte der Mann das Sagen, auch in der Politik wurde nicht nach her femininen Meinungen gefragt. Erst der Entwicklung der Wirtschaft, welche auch die Gesellschaft stark umstrukturierte, erkannten die Frauen, dass sie sehr wohl einen bedeutenden Platz in der Gesellschaft einnehmen können. So begann, zuerst in Amerika und später dann auch in Europa die Emanzipation der Frau. Emanzipation wird im Duden wie folgt definiert: 1. Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit; Selbstständigkeit; Gleichstellung.[8] 2. Rechtliche und gesellschaftliche Gelichstellung (der Frau mit dem Mann).[9]
Das heisst, dass die Frauen nicht mehr benachteiligt werden, sowohl politisch als auch gesellschaftlich. Diese Entwicklung spielte sich nicht auf der ganzen Welt zur gleichen Zeit ab. Bis heute werden in manchen Ländern die Frauen weiterhin unterdrückt und gezwungen sich um das Haus und die Familie zu kümmern
Die ersten Generation, die anfangs 20. Jahrhundert auf die Welt kam, war noch stark von den Traditionen der Vorfahren beeinflusst. Viele Kinder wurden in Bauernfamilien hineingeboren und hatten schon früh die Aufgabe sich in der Landwirtschaft der Eltern zu beteiligen. Dies legte der Grundstein zu einer Ausbildung im ersten Sektor. Die Industrialisierung brachte jedoch immer mehr Erneuerungen, wie z.B. die Fliessbandarbeit[10] . Diese neuen Erkenntnisse und Methoden führten zu einer Automatisierung und der Mensch musste nur noch in den Fabriken für die Aufsicht der Maschinen eingesetzt werden. Auf dem Lande bedeutete dies, dass die harte Arbeit auf dem Feld durch effiziente Geräte ersetzt werden konnten. Allmählich ging somit die Arbeit auf dem Lande aus und die Menschen suchten Arbeit in der Stadt, in Fabriken oder neu-entstandenen Unternehmen. Dabei spielt der Begriff Landflucht eine prägnante Rolle. Die Bauern trieb es vom Lande weg (Pushfaktoren), denn das Leben wurde durch die harten Bedingungen und die anstrengende Arbeit unattraktiv. Zudem zogen Städte immer mehr Leute an (Pullfaktoren)[11] . Eine Stadt bedeutete eine Ansammlung vieler Leute, und wo viele Leute sind herrscht auch eine grosse Nachfrage an Gütern. Unternehmen liessen sich nieder und schaffen Arbeitsplätze. Die Produktion wurde revolutioniert und erstmals konnte auch massenhaft produziert werden. Ausserdem boomte die Finanzbranche und zahlreiche Banken wurden gegründet. Somit waren vor allem kaufmännische Angestellte, Fabrikarbeiter und Ingenieure gesucht. Heutzutage leben kaum mehr Menschen von der Landwirtschaft, denn Berufe in den anderen Sektoren sind besser bezahlt und somit lukrativer. Die Bildung wurde immer wichtiger und mehr Menschen wollen gelehrt sein und ihren Wissensstand erweitern. Dafür brauchte es auch wieder Personal und folglich sind in der heutigen Gesellschaft relativ viele Lehrer vorhanden (jedoch sind es immer noch zu wenige). Die modernen Berufe werden die Traditionellen in Zukunft mehr und mehr verdrängen und vielleicht wird der Primärsektor in den nächsten Jahren sogar ganz verschwinden.
Falsifizieren/Verifizieren der Hypothesen
Die erste Hypothese besagt, dass die Anzahl an erwerbstätigen Personen in der Agrarwirtschaft, also im ersten Wirtschaftssektor, in der Schweiz, von Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts, auf das Minimum schrumpfte. Ausserdem wurde mit der Aussage behauptet, dass die Menge der Arbeiter im 3. und 4. Wirtschaftssektor zunahm. Die Hypothese wurde, aufgrund der erarbeiteten Daten, verifiziert. Es wurde festgestellt, dass der zu Beginn am meist getätigte Beruf, nämlich die Erwerbstätigkeit der Bauern, in der dritten Generation völlig verschwand. Nicht nur der billige Import von Getreideprodukten aus dem Ausland, sondern auch die Mechanisierung der Landwirtschaft ermöglichte den Leuten sich in anderen Branchen beruflich zu betätigen. So wechselte der grösste Teil der schweizerischen Bevölkerung von der Landwirtschaft in den Dienstleistungssektor und in die Informationswirtschaft. Die Schweiz entwickelte sich von einem hauptsächlich landwirtschaftlich geprägtem Land zu einem Dienstleistungsland. Heute arbeiten 72% der Schweizer-/innen im dritten Wirtschaftssektor.[12] In diesem sind vor allem der Handel, das Gesundheits- und Bildungswesen sowie das Banken- und Versicherungswesen wichtige Wirtschaftszweige. Doch auch die Tourismusbranche wurde in den letzten hundert Jahren immer bedeutender für wirtschaftlich schwächere Bergregionen, welche es in der Schweiz verhältnismässig viele gibt. Abschliessend kann man sagen, dass sich die Schweiz von der Agrarwirtschaft entfernte und zu den ertragsmässig profitablen Sektoren wechselte, was auch Sinn macht, denn wegen der kleinen wirtschaftlich nutzbaren Fläche in der Schweiz, könnte man nicht die ganze Bevölkerung beschäftigen.
Die zweite Hypothese hat sich so wie die Erste verifiziert. Es wurde dank den Graphiken erkennbar, dass die Menge der Hausfrauen über drei Generationen drastisch abgenommen hat. Sogar so stark, dass in der dritten Generation die Tätigkeit Hausfrau nicht mehr zu den meist ausgeübten Berufen dazu gezählt wurde (und auch nur noch wenig vorkam). Wie schon erläutert ist die Emanzipation der Frau und somit auch deren Gleichstellung zum Mann der Hauptgrund für die Abnahme der Anzahl der Hausfrauen. Neue berufliche Wege öffneten sich und die Frauen hatte erstmals die Möglichkeit ihre Qualitäten im gesellschaftlichen, aber auch wirtschaftlichen Bereich zu zeigen.
Methodenkritik
In diesem Abschnitt sollen die angewendeten Methoden kritisch auf ihre Tauglichkeit hinterfragt werden. Zuerst werden Probleme und Stärken der eigenen Untersuchung erläutert, danach wird auf Schwierigkeiten bezüglich des Vergleichs unserer und der offiziellen Daten eingegangen. Die von uns durchgeführte Untersuchung hat sicher ihre Vorteile. Der wichtigste ist ohne Zweifel die Einfachheit respektive den kleinen Aufwand um die Daten zu erheben. Ausserdem erhält man durch sie auch detaillierte Erkenntnisse über einzelne Berufe (siehe "Zuteilung der Berufe"), die in offiziellen Umfragen kaum zu finden sind. Jedoch gibt es mehrere Probleme, die an der Authentizität der Ergebnisse zweifeln lassen. Denn zum einen werden nur wenige Daten erhoben, zumindest in einem Rahmen einer Klasse mit durchschnittlicher Grösse. Dass dadurch untypische Dinge zu stark ins Gewicht fallen, wurde bereits zur Genüge erwähnt. Doch auch bei mehr Teilnehmern bleibt das Problem, dass in der jüngsten Generation viel weniger Daten vorhanden sind als bei der ältesten untersuchten. Denn bei der vierten Generation, deren Alter ungefähr 18 Jahre beträgt, sind noch Viele mit der schulischen Ausbildung beschäftigt, die natürlich nicht zur Erwerbstätigkeit zählt. Dies ist nicht weiter schlimm - man betrachtet ja sowieso einen relativen Zusammenhang, also spielt die Anzahl an Probanden bei genügend Teilnehmern nur eine beigeordnete Rolle - doch beeinflusst ein anderer Aspekt das Resultat recht stark, nämlich, dass nur ein Beruf pro Person ermittelt wird. Das Problem ist hierbei, dass es theoretisch möglich ist, dass während eines kurzen Zeitraums (z.B. in einer Krisensituation wie einem Krieg) sich die Erwerbstätigkeit stark verändert und später wieder zu einem Normalzustand gelangt, dies sich aber in den Ergebnissen nicht zeigt, da nur der wichtigste Job zählt, also derjenige, der am längsten ausgeführt wurde. Somit kann es sein, dass wichtige, in den Statistiken eigentlich sichtbare Fakten fehlen. Ein weiterer Punkt ist, dass es sehr stark von den befragten Personen abhängt. Zwei beinahe identische Untersuchungen, die sich nur durch das soziale Umfeld unterscheiden, werden unter Umständen komplett verschiedene Werte und Resultate liefern. Bei unserer Untersuchung beispielsweise wurden nur Gymnasiasten befragt. Deshalb ist es nicht weiter erstaunlich, dass viele Intellektuelle unter den Vorfahren zu finden sind. Würde man stattdessen eine Primarschule in einer ländlichen Region befragen, so dürften signifikant mehr Bauern in den Ergebnissen zu finden sein. Ausserdem sehen natürlich auch die Zukunftsvorstellungen eines Gymnasial-Schülers anders aus, als die Berufsvorstellungen eines Sekundar-Schülers. So steigt die Tendenz (prozentual gesehen) zum dritten und vierten Wirtschaftssektor noch höher und es scheint, dass in einigen Jahren nur noch diese beiden Arten von Erwerbstätigkeit existieren werden. Jedoch gibt es viele Junge Leute, die eine Lehre im handwerklichen- oder industriellen Sektor absolvieren. Zusammenfassend lässt sich also feststellen, dass die von uns verwendete Methode zur Datenerhebung keine wirklich präzise Ergebnis liefert, es jedoch gut vermag, generelle Tendenzen aufzuzeigen.
Der Vergleich unserer Ergebnissen mit offiziellen Daten ist sicherlich sehr nützlich - vor Allem unter Anbetracht der oben beschriebenen Umständen - doch auch dies birgt seine Probleme. Denn ein direktes Vergleichen stellt sich als kaum möglich heraus, da das BFS die Daten anders erhoben hat als wir, nämlich nach Jahren und nicht nach Generationen. Es ist zwar möglich zu sagen, dass 30 Jahre nach dem durchschnittlichen Geburtsjahr einer Generation wohl alle, die dieser Generation angehören, einer Arbeit nachgehen, doch sind die Probleme hierbei offensichtlich: einerseits kann niemand garantieren, dass betreffende Personen wirklich in einer Festanstellung waren, andererseits sind in den offiziellen Daten auch Personen anderer Jahrgänge verzeichnet, also Leute, die nicht der zu untersuchenden Generation angehören aber trotzdem arbeiten gehen. Die Lösung dieses Problems bietet sich an, indem man entweder eine ähnliche Untersuchung wie die des BFS durchführt - was jedoch aus technischen Gründen schwer wird. Oder aber man geht ähnlich vor wie wir, nämlich indem man ungefähr den gleichen Zeitraum erforscht und somit sichtbare Tendenzen beider Datenerfassungen vergleichen kann. Dies liefert ohne grossen Aufwand sehr aussagekräftige Resultate.
Die Gründe, warum wir zur Darstellung der Ergebnisse ein gestapeltes Flächendiagramm wählten sind einerseits, dass dadurch sowohl die Entwicklung der Erwerbstätigkeit zu erkennen ist (wie bei einem Liniendiagramm), zugleich aber auch der prozentuelle Anteil des jeweiligen Sektors auf den ersten Blick zu erkennen ist. Ein zweiter Grund ergibt sich aus dem Problem, dass das Bundesamt für Statistik nur 3 Sektoren anerkannt, wir aber von vier ausgehen. Bei der Auswahl der Darstellung der Daten erschien uns deshalb das gestapelte Flächendiagramm als sehr passend, denn wenn die Zahlen des BFS und die der Umfrage graphisch verglichen werden sollen, so können einfach die beiden Flächen des Tertiär- (grau) und Quartärsektors (gelb) addiert werden (auch von Auge). Dadurch wird eine grössere Vergleichbarkeit der Resultate ermöglicht.
Fazit und Ausblick
Das Ziel der Arbeit war es den Verlauf der Erwerbstätigkeit innerhalb von einem Jahrhundert festzuhalten. Dies setzte natürlich eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema voraus. Es wurde versucht die Daten möglichst verständlich darzustellen, damit sich auch Aussenstehende schnell in das Thema einlesen können. Die Schweizer Erwerbstätigkeit hatte in den letzten Jahren einen starken Wandel erfahren. Man ging weg von der Tradition und immer mehr wurden veraltete Anwendungen durch neue Innovation ersetzt. Die Verteilung der Tätigkeiten auf die verschiedenen Segmente und Sektoren veränderte sich massiv. Der erste Sektor erlitt einen Zusammenbruch, der auch (voraussichtlich) in Zukunft nicht so schnell korrigiert werden kann. Auch der Anteil des industriellen Sektors an der Gesamterwerbstätigkeit nahm ab. Die Berufe waren nicht mehr genug attraktiv und der moderne Mensch will eine gute Ausbildung absolvieren und etwas erreichen (Karriere machen). Im Jahre 2015 konnte der Dienstleistungs- und Informationssektor fast 70% der Erwerbstätigkeit in der Schweiz beanspruchen. Dies kommt, denn die Schweiz ist ein Land mit einer guten Infrastruktur, die jedem die Möglichkeit bietet etwas zu erreichen. So gewannen der dritte und der vierte Sektor immer mehr an Zulauf. Dienstleistungen sind in der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken und die Branche wird auch in näherer Zukunft immer mehr aufblühen.
Einzelnachweise
^ Vgl. Statistisches Lexikon der Schweiz, Nr. do-d-03-ami-2014-01
Table of Contents
Einleitung
Erwerbstätige Personen werden vom Eidgenössischen Departement des Innern EDI als Personen definiert, die mindestens 15 Jahre alt sind, mindestens eine Stunde pro Woche gegen Entlöhnung in einem Betrieb oder unentgeltlich in einem Familienbetrieb gearbeitet haben und trotz temporärer Abwesenheit von der Arbeit ihre Arbeitsstelle behalten.[1] Alle Arbeiten, die von Erwerbstätigen verrichten werden, können kategorisiert werden. Dies ermöglicht es, statistische Untersuchungen zur Erwerbstätigkeit zu unternehmen, woraus sich beispielsweise Erkenntnisse für die demographische Entwicklung ableiten lassen. Der Begriff für eine solche Kategorie, in der die Berufsfelder eingeteilt werden, lautet Wirtschaftssektor.
Um die demographische Entwicklung genauer analysieren und schlussendlich verstehen zu können, wurden Daten über die Erwerbstätigkeit der Menschen in der Schweiz der letzten drei Generationen bis heute gesammelt. Im Anschluss daran wurden die Berufe, in denen man am häufigsten agierte, für jede Generation in einer Grafik repräsentiert, damit die Veränderungen im Bereich der Arbeit ersichtlich wurden. Nach der Auswertung der Abbildungen wurden auf die möglichen Gründe des vorliegenden Wandels eingegangen.
Wirtschaftssektoren
Wirtschaftliche Tätigkeiten mit dem Ziel Geld zu verdienen werden in vier Wirtschaftssektoren eingeteilt. Die Einteilung basiert auf den vom Unternehmen, die Arbeitsstellen anbieten, produzierten Gütern. Im Folgenden werden die Sektoren im Einzelnen erläutert:
Hypothesen
Folgende Hypothese diente als Grundlage für diese Arbeit:
- Anfangs des 20. Jahrhunderts arbeiteten mehr Leute im ersten Wirtschaftssektor, vor allem in der Agrarwirtschaft, als heute. Später im 20. Jahrhundert nahm die Zahl der im ersten Sektor Tätigen ab, dafür gewann der 3. und 4. Sektor massiv an Bedeutung.
Durch die aufblühende Industrialisierung der Nachbarländer Europas wird seit dem 19. Jahrhundert bis heute billigeres Getreide aus dem Ausland in die Schweiz importiert.[4] Diese günstigen Nahrungsmittel verdrängten die Produkte der einheimischen Bauern. Zudem waren wegen der fortschreiten Automatisierung und der somit gesteigerten Effizienz weniger Leute nötig, um die gleiche Menge an Nahrungsmitteln zu produzieren. Da der Lebensstandard aller stieg und vermehrt Personen wohlhabend wurden stieg das Bedürfnis nach Dienstleistungen an, weshalb eine grössere Nachfrage an Erwerbstätigen in diesem Sektor bestand.Eine zweite Hypothese, die untersucht wurde, ist folgende:
Im Mittelalter waren die Frauen oft nur für den Haushalt und die Erziehung der Nachkommen verantwortlich. Dies zog sich lange so fort, bis schliesslich im 20. Jahrhundert immer mehr Emanzipationsbewegungen eintraten, so z.B. während des ersten Weltkriegs, als die Frauen nicht mehr nur als Hausfrauen tätig waren, sondern gezwungen waren, in Fabriken zu arbeiten[5] , oder als 1971 das Frauenstimmrecht in der Schweiz eingeführt wurde[6] . Dass sich die Rolle der Frau nun wandelte und es legitim wurde, dass Frauen ebenfalls erwerbstätig sind, müsste demnach auch in demographischen Statistiken zu sehen sein.
Methoden
Untenstehend wird kurz erläutert, welche Daten wir verwendet haben und wie wir diese erfasst haben.
Datenerfassung
Die statistischen Daten, die zur Beurteilung der Hypothesen verwendet wurden, stammen einerseits von dem Bundesamt für Statistik (BFS), andererseits wurde eine Umfrage in einer Klasse eines Zürcher Gymnasiums gemacht.
Das BFS stellt auf seiner Homepage Dokumente zu fast allen durchgeführten statistischen Erfassungen der Öffentlichkeit zur Verfügung. Das von uns verwendete Dokument ist am Ende des Abschnitts "Statistiken" verlinkt. Ein Problem ist, dass das BFS die Erwerbstätigkeit nicht aufgrund des Jahrgangs sondern aufgrund des Jahres erfasst hat, die von uns durchgeführte Umfrage jedoch den Jahrgang der Erwerbstätigen zur Grundlage nahm. Deshalb wurden 5 Stichjahre (1975, 1985, 1995, 2005 und 2015) gewählt, anhand derer die Hypothesen untersucht wurden.
Die Umfrage in der Klasse wurde wie folgt ausgeführt: Jede/r Schüler/in hatte eine Tabelle auszufüllen, in der notiert wurde, welchen Beruf seine Vorfahren ausgeübt hatten und welcher Arbeit er selbst einmal nachgehen will. Diese Umfrage ging bis auf die Generation der Urgrosseltern der Schüler zurück, also wurden die Daten von insgesamt 4 Generationen über einen Zeitraum von circa 100 Jahren erfasst. Leider gibt es zwei grosse Probleme mit dieser Methode, denn einerseits war es zum Teil nicht möglich herauszufinden, was die erste untersuchte Generation gearbeitet hat, wenn einem niemand diese Information geben konnte. Andererseits wurden dadurch ungleichmässig viele Daten für die Generationen erfasst. Denn in einer Klasse mit 20 Lernenden gibt es 40 Eltern, 80 Grosseltern und 160 Urgrosseltern, deren Daten erfasst wurden. Deshalb sind die Angaben der ersten Generation viel verlässlicher als diejenigen der 3. und 4., da statistische Zufälle weniger ins Gewicht fallen. (Eine ausführliche Methodenkritik ist in der Diskussion zu finden.)
Statistiken
Die Daten des Schweizer Bundesamt für Statistik geben Aufschluss wie sich die Wirtschaft und vor allem die Verlagerung der verschiedenen Wirtschaftssektoren in den vergangenen Jahren verhielten. Die Tendenz zeigt klar, dass der Tertiärsektor deutlich zunahm und wohl auch weiter an Wachstum gewinnen wird (die Zahlen des Tertiärsektors beinhalten jedoch auch alle Informationsberufe, die in der Umfrage in einen separaten Quartärsektor eingeteilt wurden). Zur Auswertung der Statistiken wurden zwei verschiedene Varianten angewendet:
Generationsaufteilung
Laut dem Bund waren von 4963 in der Schweiz lebende Menschen im Jahre 2015 nur noch 161 (Ausländer inbegriffen) im 1. Sektor tätig. Der dritte Sektor hatte mit seinem Anteil von 3737 Menschen schon damals mehr als 75% der Gesamterwerbstätigkeit ausgeschöpft. Somit wird ersichtlich, dass der Dienstleistungssektor schon bei der dritten Generation stark an Bedeutung gewann. 1978, also bei der zweiten Generation, lagen die Zahlen noch deutlich darunter. Doch auch zu dieser Zeit konnte die Landwirtschaft nicht einmal mehr 5% für sich beanspruchen. Dem Dienstleistungssektor stand jedoch noch der industrielle Sektor gegenüber, mit nur 15% weniger Anteil. Laut den Zahlen wird in Zukunft jedoch nur noch der dritte Sektor existieren, denn alle Befragten ordneten ihren Zukunftsberuf im Tertiärsektor ein. (Die Zahlen der vierten Generation wurden mit Schätzdaten ausgerechnet, also mit den jeweiligen Zukunftsvorstellungen oder Traumberufen der Schüler.)
Für die Erwerbstätigkeit der ersten Generation hatte der Schweizer Bund keine Angaben. Für die zweite Generation wurden Daten von 1978 genommen. Die Zahlen der dritten Generation stammen aus dem Jahre 2015. (*Jeweilige, durchschnittliche Geburtsjahre der Generationen)
Es wird klar ersichtlich, dass der Teil an Landwirtschaft stark abnahm. Der Tertiärsektor erlebt einen Aufschwung und wird wohl auch die nächsten Jahre noch grossen Zuwachs erlangen. Der industrielle Sektor wird ebenfalls, wie der Primärsektor, nach und nach vom Tertiärsektor (und Quartärsektor) verdrängt.
Stichjahr-Analyse
Da die obige Auswertung der offiziellen Daten etwas problematisch ist, wurden zudem fünf Stichjahre mit den jeweiligen Daten untersucht, um den Verlauf der Änderung der Erwerbstätigkeit und deren Sektorverschiebungen festhalten zu können. Dadurch erhält man etwas authentischere Resultate, die jedoch leider schlecht mit den von uns erhaltenen Werten vergleichbar sind. Die Intervalle wurden mit einem 10 Jahres abstand gewählt, denn das Bundesamt für Statistik kann bei der Erwerbstätigkeit nur Zahlen von ungefähr 50 Jahren zur Verfügung stellen. Auf den ersten Blick wird klar, dass das Verhältnis vom dritten zum zweiten Sektor mit den Jahren stark auseinander klafft. Doch nicht nur der Sekundärsektor muss dem Tertiärsektor "Arbeitsstellen" abtreten, sondern auch der Erste. In den vierzig Jahren (der Messung) halbieren sich die prozentualen Anteile des ersten- und des zweiten Sektors. Anfangs konnte sich der Landwirtschaftssektor noch mit knappen acht Prozent halten, doch dann sank der Wert unter vier Prozent. Somit wirkt dieser Sektor gesamthaft gesehen schon fast als unbedeutend. Der Informationssektor hingegen würde in einem Kuchendiagramm heutzutage mehr als drei Viertel des Platzes einnehmen (Tendenz steigend).
Die ausgerechneten Prozentzahlen der Daten des Schweizer Bundesamt für Statistik wurden in einem Liniendiagramm graphisch dargestellt:
Detaillierte Daten des Schweizer Amt für Statistik[7] :
Resultate
In diesem Abschnitt werden die Resultate, die wir aus der Umfrage in der Klasse erhalten haben, behandelt. Wie zu sehen ist, waren anfangs des 20. Jahrhunderts noch fast 35% der Schweizer Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. In weniger als 100 Jahren sank dieser Anteil auf 0%. Auch der industrielle Sektor verlor als Arbeitgeber stark an Bedeutung. Beim Dienstleistungssektor wird ein interessanter Verlauf bemerkbar; Die Branche boomte Mitte des letzten Jahrhunderts, flachte dann jedoch wieder ab. In Zukunft wird sich jedoch wahrscheinlich der Quartärsektor auf Platz Nummer Eins befinden. Der Beruf der full-time Hausfrau wird wahrscheinlich immer seltener, da durch die weiterhin laufende Emanzipation in Zukunft die Mutter gemeinsam mit dem Vater sich um die Kinder sorgen wird und somit weiterhin erwerbstätig sein kann. Die Zahlen in den Klammern stellen die durchschnittlichen Geburtsjahre der untersuchten Generationen dar.
Die gesammelten Messdaten wurden zur Veranschaulichung anschliessend in einem gestapelten Flächendiagramm graphisch dargestellt:
Zuteilung der Berufe
In den folgenden Diagrammen sind die am häufigsten vorkommenden Berufe der drei ersten Generationen dargestellt. Dies gibt Aufschluss über einzelne Berufe, die zu der Zeit wahrscheinlich besonders bedeutend waren:Generation 1 (Geburtsjahr 1905)
In der Abbildung 1 "Generation 1" wurden die fünf wichtigsten Berufe der ersten Generation mithilfe eines Netzes, das das Verhältnis der insgesamt 78 Arbeitern/-innen in den verschiedenen Berufen ersichtlich macht, dargestellt. Mit den wichtigsten Berufen ist nichts anderes gemeint, als die Berufe, die zu damaliger Zeit im Allgemeinen am häufigsten ausgeübt wurden. Da eigentlich «Hausfrau» kein Beruf ist, es jedoch anfangs des 19. Jahrhunderts bemerkenswert viele Hausfrauen gab, wurde auch diese Tätigkeit als relevant gezählt. Die zwei starken Ausschläge (Bauern und Hausfrauen) zeigen, dass diese beiden Berufe besonders wichtig waren. Sie machen zusammen 87% der Berufe aus. Daneben gab es hauptsächlich noch Schneider, Fabrikarbeiter und Wirte.
Generation 2 (Geburtsjahr 1932)
Die sechs ausgewählten Berufe, die in dem Netz der zweiten Generation verwendet wurden, unterscheiden sich vom Netz der ersten Generation insofern, dass die Berufe Schneider und Wirt nicht mehr in die Grafik einbezogen sind, denn keiner der Befragten der zweiten Generation übten diese aus. Stattdessen kamen drei neue Berufe in die Grafik: Kaufmännischer Angestellter, Maschinenmechaniker und Ingenieur. Alle drei Erwerbstätigkeiten werden in den dritten Wirtschaftssektor eingeteilt, da diese Dienstleistungen oder Berufe im informationellen Bereich sind. Diese neuen Tätigkeiten des aufblühenden dritten Wirtschaftssektors verkörpern je gerundete 17%. Im zweiten Netz hat sich das Verhältnis beträchtlich verändert, vor allem die im ersten Netz grosse Anzahl an Bauern schrumpfte auf nur noch rund 14% aller Erwerbstätigen. Hausfrauen gab es damals aber immer noch viele, denn wie man es aus der Darstellung entnehmen kann, beträgt der Anteil an Hausfrauen 28%, was der grösste Anteil ist. Die Menge der Fabrikarbeiter stieg nur minimal an.
Generation 3 (Geburtsjahr 1963)
Im Netz der dritten Generation wurden vier häufige Berufe dargestellt. Diese sind Lehrer, Ingenieur, Informatiker und Kaufmännischer Angestellter. Der am häufigsten ausgeführte Beruf ist Lehrer, direkt gefolgt von Informatiker. Diese zwei Erwerbstätigkeiten fallen in den vierten Wirtschaftssektor, der Informationswirtschaft. Es ist in der Abbildung ersichtlich, dass der Anteil der Lehrer 40%, der Ingenieure ungefähr 27%, der Informatiker 20% und der Kaufmännischen Angestellten 13% beträgt. Die Lehrer waren in der zweiten Generation noch nicht vorhanden, doch nun nehmen sie den grössten Teil der Erwerbstätigkeit ein. Dass Lehrer einen so grossen Stellenwert in dieser Statistik haben ist vielleicht darauf zurückzuführen, dass die befragten Personen der 3. Generation alles Eltern von Gymnasiasten sind, und deshalb der Anteil an Studierten sehr hoch ist.
Generation 4 (Geburtsjahr 1998)
Die Datenreihe der jüngsten Generation führte bezüglich der häufigen Berufe zu keinen eindeutigen Resultaten. Dies ist auf folgende Gründe zurückzuführen: einerseits wurden nur wenige Personen gefragt, was den Einfluss von "abnormalen" Resultaten extrem erhöht. Andererseits hatten selten 2 Schüler den gleichen Berufswusch, was es verunmöglicht, die häufigsten Berufe der Generation zu ermitteln.
Diskussion
Als alle Daten erfasst und in Resultaten anschaulich dargestellt waren, sollten die Ergebnisse in der Diskussion interpretiert und mit kritischen Blicken betrachtet werden. Auch die Methoden werden in diesem Teil näher untersucht und hinterfragt. Schlussendlich sollten die Vor- und Nachteile jeweils gezielt aufgezeigt werden. Zusätzlich wird Untersucht wie die Zahlen zu Stande kamen und was die Gründe hinter den Daten sind.
Meist ausgeübte Berufe
Bei einer Betrachtung der Resultate macht sich bemerkbar, dass einige Berufe oder Tätigkeiten wirtschaftlich, aber auch gesellschaftlich in den letzten Jahren stark an Bedeutung verloren. Jeder Sektor weist gewisse Berufe auf, die häufiger als andere ausgeübt werden. Einerseits kann dies mit der Nachfrage des Marktes zusammenhängen. Jedoch haben auch gesellschaftliche Faktoren einen grossen Einfluss, so wie die Emanzipation der Frau:Durch die Darstellung der gesammelten Daten, wurde nicht nur die Verschiebung der Erwerbstätigkeit bezüglich der Wirtschaftssektoren, sondern auch die Entwicklung der Erwerbstätigkeit der Frauen ermittelt. Im Diagramm «Schweizer Erwerbstätigkeit von 1905-1998» kann man erkennen, dass die Anzahl der Hausfrauen schon in der ersten Generation abnahm. Ab der zweiten Generation wird dann ein gesteigertes Wachstum sichtbar. Die Abnahme der Menge der Hausfrauen nimmt stetig zu, bis sie (von 20% der gesamten Erwerbstätigkeit) auf 2.5% schrumpfte. Doch wie lässt sich diese Entwicklung erklären? In der heutigen Schweiz ist es üblich, dass Frauen jeden erdenklichen Beruf ausüben dürfen. Doch dies war nicht immer der Fall. Die Frau war früher dazu bestimmt die Hausarbeit zu erledigen und die Kinder zu erziehen, während der Mann für das tägliche Einkommen sorgte. Sie konnten also schlicht hinweg nicht anderweitig tätig sein. Nicht nur im Haus hatte der Mann das Sagen, auch in der Politik wurde nicht nach her femininen Meinungen gefragt. Erst der Entwicklung der Wirtschaft, welche auch die Gesellschaft stark umstrukturierte, erkannten die Frauen, dass sie sehr wohl einen bedeutenden Platz in der Gesellschaft einnehmen können. So begann, zuerst in Amerika und später dann auch in Europa die Emanzipation der Frau. Emanzipation wird im Duden wie folgt definiert:
1. Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit; Selbstständigkeit; Gleichstellung.[8]
2. Rechtliche und gesellschaftliche Gelichstellung (der Frau mit dem Mann).[9]
Das heisst, dass die Frauen nicht mehr benachteiligt werden, sowohl politisch als auch gesellschaftlich. Diese Entwicklung spielte sich nicht auf der ganzen Welt zur gleichen Zeit ab. Bis heute werden in manchen Ländern die Frauen weiterhin unterdrückt und gezwungen sich um das Haus und die Familie zu kümmern
Die ersten Generation, die anfangs 20. Jahrhundert auf die Welt kam, war noch stark von den Traditionen der Vorfahren beeinflusst. Viele Kinder wurden in Bauernfamilien hineingeboren und hatten schon früh die Aufgabe sich in der Landwirtschaft der Eltern zu beteiligen. Dies legte der Grundstein zu einer Ausbildung im ersten Sektor. Die Industrialisierung brachte jedoch immer mehr Erneuerungen, wie z.B. die Fliessbandarbeit[10] . Diese neuen Erkenntnisse und Methoden führten zu einer Automatisierung und der Mensch musste nur noch in den Fabriken für die Aufsicht der Maschinen eingesetzt werden. Auf dem Lande bedeutete dies, dass die harte Arbeit auf dem Feld durch effiziente Geräte ersetzt werden konnten. Allmählich ging somit die Arbeit auf dem Lande aus und die Menschen suchten Arbeit in der Stadt, in Fabriken oder neu-entstandenen Unternehmen. Dabei spielt der Begriff Landflucht eine prägnante Rolle. Die Bauern trieb es vom Lande weg (Pushfaktoren), denn das Leben wurde durch die harten Bedingungen und die anstrengende Arbeit unattraktiv. Zudem zogen Städte immer mehr Leute an (Pullfaktoren)[11] . Eine Stadt bedeutete eine Ansammlung vieler Leute, und wo viele Leute sind herrscht auch eine grosse Nachfrage an Gütern. Unternehmen liessen sich nieder und schaffen Arbeitsplätze. Die Produktion wurde revolutioniert und erstmals konnte auch massenhaft produziert werden. Ausserdem boomte die Finanzbranche und zahlreiche Banken wurden gegründet. Somit waren vor allem kaufmännische Angestellte, Fabrikarbeiter und Ingenieure gesucht.
Heutzutage leben kaum mehr Menschen von der Landwirtschaft, denn Berufe in den anderen Sektoren sind besser bezahlt und somit lukrativer. Die Bildung wurde immer wichtiger und mehr Menschen wollen gelehrt sein und ihren Wissensstand erweitern. Dafür brauchte es auch wieder Personal und folglich sind in der heutigen Gesellschaft relativ viele Lehrer vorhanden (jedoch sind es immer noch zu wenige). Die modernen Berufe werden die Traditionellen in Zukunft mehr und mehr verdrängen und vielleicht wird der Primärsektor in den nächsten Jahren sogar ganz verschwinden.
Falsifizieren/Verifizieren der Hypothesen
Die erste Hypothese besagt, dass die Anzahl an erwerbstätigen Personen in der Agrarwirtschaft, also im ersten Wirtschaftssektor, in der Schweiz, von Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts, auf das Minimum schrumpfte. Ausserdem wurde mit der Aussage behauptet, dass die Menge der Arbeiter im 3. und 4. Wirtschaftssektor zunahm. Die Hypothese wurde, aufgrund der erarbeiteten Daten, verifiziert. Es wurde festgestellt, dass der zu Beginn am meist getätigte Beruf, nämlich die Erwerbstätigkeit der Bauern, in der dritten Generation völlig verschwand. Nicht nur der billige Import von Getreideprodukten aus dem Ausland, sondern auch die Mechanisierung der Landwirtschaft ermöglichte den Leuten sich in anderen Branchen beruflich zu betätigen. So wechselte der grösste Teil der schweizerischen Bevölkerung von der Landwirtschaft in den Dienstleistungssektor und in die Informationswirtschaft. Die Schweiz entwickelte sich von einem hauptsächlich landwirtschaftlich geprägtem Land zu einem Dienstleistungsland. Heute arbeiten 72% der Schweizer-/innen im dritten Wirtschaftssektor.[12] In diesem sind vor allem der Handel, das Gesundheits- und Bildungswesen sowie das Banken- und Versicherungswesen wichtige Wirtschaftszweige. Doch auch die Tourismusbranche wurde in den letzten hundert Jahren immer bedeutender für wirtschaftlich schwächere Bergregionen, welche es in der Schweiz verhältnismässig viele gibt. Abschliessend kann man sagen, dass sich die Schweiz von der Agrarwirtschaft entfernte und zu den ertragsmässig profitablen Sektoren wechselte, was auch Sinn macht, denn wegen der kleinen wirtschaftlich nutzbaren Fläche in der Schweiz, könnte man nicht die ganze Bevölkerung beschäftigen.Die zweite Hypothese hat sich so wie die Erste verifiziert. Es wurde dank den Graphiken erkennbar, dass die Menge der Hausfrauen über drei Generationen drastisch abgenommen hat. Sogar so stark, dass in der dritten Generation die Tätigkeit Hausfrau nicht mehr zu den meist ausgeübten Berufen dazu gezählt wurde (und auch nur noch wenig vorkam). Wie schon erläutert ist die Emanzipation der Frau und somit auch deren Gleichstellung zum Mann der Hauptgrund für die Abnahme der Anzahl der Hausfrauen. Neue berufliche Wege öffneten sich und die Frauen hatte erstmals die Möglichkeit ihre Qualitäten im gesellschaftlichen, aber auch wirtschaftlichen Bereich zu zeigen.
Methodenkritik
In diesem Abschnitt sollen die angewendeten Methoden kritisch auf ihre Tauglichkeit hinterfragt werden. Zuerst werden Probleme und Stärken der eigenen Untersuchung erläutert, danach wird auf Schwierigkeiten bezüglich des Vergleichs unserer und der offiziellen Daten eingegangen.Die von uns durchgeführte Untersuchung hat sicher ihre Vorteile. Der wichtigste ist ohne Zweifel die Einfachheit respektive den kleinen Aufwand um die Daten zu erheben. Ausserdem erhält man durch sie auch detaillierte Erkenntnisse über einzelne Berufe (siehe "Zuteilung der Berufe"), die in offiziellen Umfragen kaum zu finden sind. Jedoch gibt es mehrere Probleme, die an der Authentizität der Ergebnisse zweifeln lassen. Denn zum einen werden nur wenige Daten erhoben, zumindest in einem Rahmen einer Klasse mit durchschnittlicher Grösse. Dass dadurch untypische Dinge zu stark ins Gewicht fallen, wurde bereits zur Genüge erwähnt. Doch auch bei mehr Teilnehmern bleibt das Problem, dass in der jüngsten Generation viel weniger Daten vorhanden sind als bei der ältesten untersuchten. Denn bei der vierten Generation, deren Alter ungefähr 18 Jahre beträgt, sind noch Viele mit der schulischen Ausbildung beschäftigt, die natürlich nicht zur Erwerbstätigkeit zählt.
Dies ist nicht weiter schlimm - man betrachtet ja sowieso einen relativen Zusammenhang, also spielt die Anzahl an Probanden bei genügend Teilnehmern nur eine beigeordnete Rolle - doch beeinflusst ein anderer Aspekt das Resultat recht stark, nämlich, dass nur ein Beruf pro Person ermittelt wird. Das Problem ist hierbei, dass es theoretisch möglich ist, dass während eines kurzen Zeitraums (z.B. in einer Krisensituation wie einem Krieg) sich die Erwerbstätigkeit stark verändert und später wieder zu einem Normalzustand gelangt, dies sich aber in den Ergebnissen nicht zeigt, da nur der wichtigste Job zählt, also derjenige, der am längsten ausgeführt wurde. Somit kann es sein, dass wichtige, in den Statistiken eigentlich sichtbare Fakten fehlen.
Ein weiterer Punkt ist, dass es sehr stark von den befragten Personen abhängt. Zwei beinahe identische Untersuchungen, die sich nur durch das soziale Umfeld unterscheiden, werden unter Umständen komplett verschiedene Werte und Resultate liefern. Bei unserer Untersuchung beispielsweise wurden nur Gymnasiasten befragt. Deshalb ist es nicht weiter erstaunlich, dass viele Intellektuelle unter den Vorfahren zu finden sind. Würde man stattdessen eine Primarschule in einer ländlichen Region befragen, so dürften signifikant mehr Bauern in den Ergebnissen zu finden sein. Ausserdem sehen natürlich auch die Zukunftsvorstellungen eines Gymnasial-Schülers anders aus, als die Berufsvorstellungen eines Sekundar-Schülers. So steigt die Tendenz (prozentual gesehen) zum dritten und vierten Wirtschaftssektor noch höher und es scheint, dass in einigen Jahren nur noch diese beiden Arten von Erwerbstätigkeit existieren werden. Jedoch gibt es viele Junge Leute, die eine Lehre im handwerklichen- oder industriellen Sektor absolvieren.
Zusammenfassend lässt sich also feststellen, dass die von uns verwendete Methode zur Datenerhebung keine wirklich präzise Ergebnis liefert, es jedoch gut vermag, generelle Tendenzen aufzuzeigen.
Der Vergleich unserer Ergebnissen mit offiziellen Daten ist sicherlich sehr nützlich - vor Allem unter Anbetracht der oben beschriebenen Umständen - doch auch dies birgt seine Probleme. Denn ein direktes Vergleichen stellt sich als kaum möglich heraus, da das BFS die Daten anders erhoben hat als wir, nämlich nach Jahren und nicht nach Generationen. Es ist zwar möglich zu sagen, dass 30 Jahre nach dem durchschnittlichen Geburtsjahr einer Generation wohl alle, die dieser Generation angehören, einer Arbeit nachgehen, doch sind die Probleme hierbei offensichtlich: einerseits kann niemand garantieren, dass betreffende Personen wirklich in einer Festanstellung waren, andererseits sind in den offiziellen Daten auch Personen anderer Jahrgänge verzeichnet, also Leute, die nicht der zu untersuchenden Generation angehören aber trotzdem arbeiten gehen.
Die Lösung dieses Problems bietet sich an, indem man entweder eine ähnliche Untersuchung wie die des BFS durchführt - was jedoch aus technischen Gründen schwer wird. Oder aber man geht ähnlich vor wie wir, nämlich indem man ungefähr den gleichen Zeitraum erforscht und somit sichtbare Tendenzen beider Datenerfassungen vergleichen kann. Dies liefert ohne grossen Aufwand sehr aussagekräftige Resultate.
Die Gründe, warum wir zur Darstellung der Ergebnisse ein gestapeltes Flächendiagramm wählten sind einerseits, dass dadurch sowohl die Entwicklung der Erwerbstätigkeit zu erkennen ist (wie bei einem Liniendiagramm), zugleich aber auch der prozentuelle Anteil des jeweiligen Sektors auf den ersten Blick zu erkennen ist. Ein zweiter Grund ergibt sich aus dem Problem, dass das Bundesamt für Statistik nur 3 Sektoren anerkannt, wir aber von vier ausgehen. Bei der Auswahl der Darstellung der Daten erschien uns deshalb das gestapelte Flächendiagramm als sehr passend, denn wenn die Zahlen des BFS und die der Umfrage graphisch verglichen werden sollen, so können einfach die beiden Flächen des Tertiär- (grau) und Quartärsektors (gelb) addiert werden (auch von Auge). Dadurch wird eine grössere Vergleichbarkeit der Resultate ermöglicht.
Fazit und Ausblick
Das Ziel der Arbeit war es den Verlauf der Erwerbstätigkeit innerhalb von einem Jahrhundert festzuhalten. Dies setzte natürlich eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema voraus. Es wurde versucht die Daten möglichst verständlich darzustellen, damit sich auch Aussenstehende schnell in das Thema einlesen können.Die Schweizer Erwerbstätigkeit hatte in den letzten Jahren einen starken Wandel erfahren. Man ging weg von der Tradition und immer mehr wurden veraltete Anwendungen durch neue Innovation ersetzt. Die Verteilung der Tätigkeiten auf die verschiedenen Segmente und Sektoren veränderte sich massiv. Der erste Sektor erlitt einen Zusammenbruch, der auch (voraussichtlich) in Zukunft nicht so schnell korrigiert werden kann. Auch der Anteil des industriellen Sektors an der Gesamterwerbstätigkeit nahm ab. Die Berufe waren nicht mehr genug attraktiv und der moderne Mensch will eine gute Ausbildung absolvieren und etwas erreichen (Karriere machen). Im Jahre 2015 konnte der Dienstleistungs- und Informationssektor fast 70% der Erwerbstätigkeit in der Schweiz beanspruchen. Dies kommt, denn die Schweiz ist ein Land mit einer guten Infrastruktur, die jedem die Möglichkeit bietet etwas zu erreichen. So gewannen der dritte und der vierte Sektor immer mehr an Zulauf. Dienstleistungen sind in der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken und die Branche wird auch in näherer Zukunft immer mehr aufblühen.
Einzelnachweise
Siehe http://www.duden.de/rechtschreibung/Emanzipation ; Stand 22.05.2016
Siehe http://www.duden.de/rechtschreibung/Emanzipation ; Stand 22.05.2016
Siehe http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D13824.php ; Stand 22.05.2016
https://de.wikipedia.org/wiki/Schweiz#Dienstleistungen
Quellenverzeichnis
Wikipedia - Die freie Enzyklopädie, Siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Hauptseite ; Stand 23.05.2016
Bundesamt für Statistik, Siehe http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index.html ; Stand 23.05.2016
Abbildungsverzeichnis
Grafiken
- Grafik 1: Verlauf der Bedeutung der Wirtschaftssektoren in 5 Jahren (gemäss BFS)
- Grafik 2: Verlauf der prozentuellen Anteile der Wirtschaftssektoren über 4 Generationen (gemäss durchgeführter Umfrage)
- Grafik 3: Die häufigsten Berufe der einzelnen Generationen (gemäss durchgeführter Umfrage)
Tabellen